Pro Onlinebanking

Obwohl Onlinebanking in Deutschland seit Jahren an Popularität gewinnt und so ziemlich jeder es zu nutzen scheint, gibt es noch viele Menschen, die dem ganzen noch skeptisch gegenüber stehen. Die Nutzung von Onlinebanking hat reichlich Vorteile. Ich selbst nutze seit Jahren zufrieden sogar eine reine Onlinebank, welche ihre Benutzeroberfläche mit den Jahren immer besser gemacht hat auch wenn hier noch reichlich Verbesserungspotential steckt.

Im Jahr 1998 waren es noch 8% der Deutschen, die Onlinebanking nutzten doch als im Jahr 1999 das reine Onlinebanking über den Browser (ohne spezielle Schnittstelle) eingeführt wurde, nahm die Nutzung rapide zu. Im Jahr 2015 waren es nun 51% aller Deutschen, die den Nutzen und die Bequemlichkeit von Onlinebanking erkannt haben.

Man kann wirklich bequem von Zuhause oder unterwegs den eigenen Kontostand einsehen. Man kann schauen ob eine Überweisung eingetroffen ist oder mal schnell eine Überweisung tätigen. Man muss nicht erst einen Überweisungsträger ausfüllen und dann zur Bank rennen und diesen entweder in einen Briefkasten werfen oder am Überweisungsterminal ausfüllen, man kann es online direkt bei der eigenen Bank tätigen. Dort muss man nicht in die Bank gehen und mit dem Terminal kämpfen, man muss nicht warten, bis der Überweisungsträger von einem Bankangestellten stumpf abgetippt wurde – vielleicht sogar mit Tippfehlern, weil die eigene Handschrift nicht einwandfrei lesbar ist – ehe die Überweisung tatsächlich durchgeführt wird. Man muss auch nicht noch einmal zur Bank gehen um zu schauen, ob dies tatsächlich der Fall war. Jüngst habe ich auch gelernt, dass auf dem Kontoauszug aus Sicherheitsgründen gar nicht die vollständigen Kontodaten eines Senders oder Empfängers stehen. Die Tonnen an Papier, die das Ausdrucken von Kontoauszügen kostet, nur um diese dann irgendwo im Haus rumliegen zu haben, ist zudem eine absolute Ressourcenverschwendung.

Ich will nicht behaupten, dass Onlinebanking 100%ig sicher ist, das ist es auf keinen Fall! Genau so, wie man auf dem Weg aus oder zur Bank überfallen werden kann, kann man auch online des eigenen Geldes enteignet werden. Die Chancen, dass man beim Onlinebanking betrogen wird, kann man leicht minimieren, wenn man bestimmte Verhaltensweisen wahrt:

  1. Man verrät niemandem weder das Passwort zum Onlinebanking, noch gibt man jemandem die gedruckte Liste mit Transaktionsnummern, ohne die keine Transaktion möglich ist. Wer generell die Fähigkeit hat, die PIN für die eigene EC-Karte geheim zu halten, wird hiermit auch keine Probleme haben.
  2. Wie 1: Man verrät niemandem weder das Passwort zum Onlinebanking, noch gibt man jemandem die gedruckte Liste mit Transaktionsnummern! Niemand, nicht einmal die Bank wird danach fragen (abgesehen natürlich von der eigentlichen Onlinebanking-Webseite). Soll heißen, dass wenn man eine E-Mail von der Bank bekommt und diese darin nach Zugangsdaten fragt, dies ein betrügerischer Versuch eines Dritten ist, an diese Daten zu kommen.
  3. Ausschließlich die Webseite der Bank zum einloggen benutzen. Wenn oben in der Adressleiste rot eingefärbt steht http://voiksbank.banking-portal.ru dann ist das sicher nicht die Volksbank, bei der man sich gerade versucht einzuloggen. In der Regel beginnt die Adresse mit „https“ anstatt nur „http“ (sagen wir, das S stehe für „sicher“, so kann man es sich merken) und ist meist auch nicht signalfarben rot unterlegt, was der Browser bei wirklich bedenklich Seiten zumeist automatisch macht.
  4. Man benutzt einen sicheren Rechner für die Bankgeschäfte. Hat man keinen Linux-Rechner, so braucht man mindestens einen aktuellen Virenscanner auf dem Windows-Rechner (Apple hat da eigene Wege) und einen aktuellen Browser. Allgemein sollten alle verfügbaren Updates für Windows immer installiert sein, was bei Windows XP schon deshalb nicht möglich ist, weil Microsoft vor Jahren den Support eingestellt hat Bei einem schäbigen Online-Café, wo ich schon fünf zwielichtige Suchleisten sehe, wenn ich nur Firefox öffne, werde ich sicher keine Onlinebankinggeschäfte durchführen!

Wirklich schwer ist das nicht.

Jetzt gibt es von manchen die Argumente, dass durch Onlinebanking Menschen ihre Jobs verlieren. Ja, das ist sicher so, nur haben diese Menschen schon vor langer Zeit ihren Job verloren! Für triviale Tätigkeiten wie den Kontostand einsehen, Geld abheben oder eine Überweisung tätigen – damit haben wir 95% aller Aktivitäten abgedeckt, die der normale Bürger in seiner Bank durchführen möchte – gibt es seit Jahren Automaten. Mit solchen monotonen und einfach automatisierbaren Tätigkeiten, sollte man heute keine Angestellten mehr quälen. Das sind auch keine Tätigkeiten, für die man eine besondere Ausbildung benötigt: Den Geldautomaten bedienen um meinen Kontostand einzusehen und Geld abzuheben beherrscht jeder. Auch das Überweisungsterminal können die meisten benutzen.

Es spricht rein gar nichts dagegen auch persönlich in die Bank zu gehen. Für Beratungstätigkeiten bei Problemen oder Investitionsvorhaben, sind die Angestellten dort bestens geeignet. Dies ist eine Tätigkeit, die ein Automat noch nicht so gut beherrscht. Wie ich es in meinem Beitrag zu personal financial management beschrieben habe, ist es aber nur eine Frage der Zeit, bis jemand eine gebrauchstaugliche und verständliche Oberfläche für Laien zur Verfügung stellt, mit der undurchschichtige und komplizierte Finanzgeschäfte einfach erklärt und bedienbar werden. Dadurch bekommt der einzelne Bürger wieder mehr Kontrolle über seine oder ihre Finanzen und zwar ohne sich damit quälen zu müssen.

Fake News sind nicht das Problem

Information literacy, oder zu Deutsch, Informationskompetenz, ist das Problem. Viel mehr die vorherrschende Informationsinkompetenz.

Seit wir uns im sogenannten Informationszeitalter befinden, prasseln täglich massig Informationen auf uns ein. Es liegt an uns herauszufinden, was davon für uns interessant oder nützlich ist und dann, ob wir der Information glauben können. Vieles was interessant klingt oder uns auch nützlich erscheint, sind einfache falsche Nachrichten, eben Fake News: Übertreibungen, Halbwahrheiten, Lügen. Die Wahrheit in diesem Wust an Informationen zu finden ist keine Fähigkeit, mit der man zur Welt kommt.

Die korrekte Einschätzung der Glaubwürdigkeit einer Information oder Webseite lässt sich lernen. Dafür gibt es zahlreiche Quellen im Internet aber hier nenne ich das EU-finanzierte klicksafe.de, was sich zum Ziel gesetzt hat, dem interessierten Bürger den sicheren Umgang mit Informationen darzustellen. Darunter fällt auch, woran man die Glaubwürdigkeit einer Webseite/Nachricht einschätzen kann.

Was wiederum Webseiten oder Nachrichtenquellen tun können, um ihre Glaubwürdigkeit zu erhöhen und sich somit von Fake News klar abzugrenzen, wurde unter den Stichworten „web credibility“ lange wissenschaftlich untersucht. Das Stanford Web Credibility Project hat gleich eine Reihe von prägnanten Richtlinien aus ihren Studien destilliert, womit sich die Glaubwürdigkeit einer Webseite erhöhen lässt.

Fake News wird es immer geben. Wenn man kurz inne hält, die erste emotionale Erregung abklingen lässt und dann kurz nachdenkt (wie schon Daniel Kahneman seine Studienergebnisse in seinem Buch „Thinking, Fast and Slow“ beschreibt) und anhand der Vorschläge der hier genannten Webseiten die Glaubwürdigkeit einschätzt, dann werden sich Fake News nicht halten können.

Stationären Handel digital anreichern

Es gibt reichlich Geschäfte in den Einkaufspassagen Deutschlands, die keinerlei mobile App anbieten und noch nicht einmal eine Webseite haben. Keine App anzubieten und diese bei iTunes oder im PayStore aktuell zu halten, halte ich nicht für weiter bedenklich in diesem Fall. Der Mangel einer (mobilen) Webseite ist jedoch ein Armutszeugnis: Das ist vergleichbar mit dem Mangel einer Telefonnummer. Dabei kann der stationäre Handel – traditionelle, alt-eingesessene Läden mit Stammkundschaft – nur von einer angemessenen Digitalisierung profitieren.

Viele solcher Läden merken langsam das zunehmende Alter ihrer Kundschaft und müssen sich in irgendeiner Weise neu erfinden, um ein jüngeres Publikum anzusprechen und damit neue Kundschaft, wünschenswerterweise wieder langfristig zu binden. Dafür ist keine größere, digitale Umstellung nötig! Es geht hierbei um eine einfache Anreicherung um digital verfügbare Informationen. Dies ist weder sehr schwer noch sehr aufwendig und zudem verändert es das langjährig praktizierte Ladengeschäft nicht. Anstatt das Kunden nur im Laden Produkte sehen und kaufen können, können sie auch parallel online über neue Angebote informiert werden. Hier halte ich den Handel online noch raus. Ein stationärer Handel, der gerade erst damit gerungen hat, eine eigene Webseite zu bekommen, wird wenig motiviert sein, sich komplett umzustellen und dann noch online Produkte und Dienstleistungen zu verkaufen. Es stellt jedoch kein Problem dar, zu neuen Produktinformationen noch eine E-Mail Adresse und Telefonnummer darzustellen, dass potentielle Kunden ihr Interesse daran kundgeben können und eventuell Ware zurückgelegt werden kann. Hier geht es nicht darum, nur eine verwahrloste Webseite zu haben, sondern darum, diese aktiv in das Ladengeschäft einzubinden. Dafür muss diese Webseite selbstverständliche eine mobile Ansicht unterstützen!

Eine solche, minimal digitale Informationsanreicherung durch eine einfache Webseite, könnte auch dem sogenannten „Showrooming“ entgegenwirken.

„Showrooming“ ist der Begriff dafür, Produkte im stationären Handel zu prüfen und dann doch anderswo online zu kaufen.

Dieses Verhalten der Kundschaft ist genau das, wovor sich rein stationäre Läden fürchten: Sie haben die Arbeit und die Kosten, die Produkte auszustellen und eventuell auch noch potentielle Kunden zu beraten und dann kaufen diese – sehr dreisten – Kunden das selbe Produkt günstiger, anderswo online.
Bei vielen stationären Läden halte ich die Beratung für nicht sehr nützlich oder gar notwendig. Wenn man sich ein wenig mit digitalen Technologien auskennt und über die nötige „information literacy“ (Informationskompetenz) verfügt, findet man online wesentlich objektivere, genauere und umfangreichere Informationen zu den meisten käuflich zu erwerbenden Produkten oder Dienstleistungen.
Nichtsdestotrotz praktiziert die Hälfte aller Bürger Showrooming (dies war eine US-amerikanische Studie, daher wird es leichte Unterschiede zu Deutschland geben). Den Kunden in einem nächsten Schritt – wie hier anfänglich beschrieben – die Möglichkeit zu geben, auch bequem online einzukaufen, könnte ein paar dieser „Showroomer“ an den eigenen Laden binden:

Man stelle sich vor, man geht in ein alteingesessenes Bekleidungsgeschäft in einer Einkaufspassage. Man kennt die Besitzer, man kennt die Verkäufer. Man wurde gut behandelt und auch schon gut beraten (bei Bekleidung halte ich gute Beratung tatsächlich für nützlich). Jetzt hat man vielleicht nicht die Zeit dort einzukaufen, oder ist noch unentschlossen, nachdem man etwas anprobiert hat. Zuhause entscheidet man sich, doch diesen einen Mantel zu kaufen. Da man ihn im Bekleidungsgeschäft gesehen hat, besucht man als erstes dessen Webseite und lässt sich den Mantel zurücklegen oder kauft ihn direkt ein.

Hätte das Bekleidungsgeschäft keine Webseite, wäre es wahrscheinlicher, dass man im Internet sucht und den Mantel im nächstbesten Versandhandel kauft. Mit Webseite besteht wenigstens noch eine Chance, diesen Kunden zu halten. Darüberhinaus kann man online neue Kundschaft ansprechen, die als Laufkundschaft nicht an dem stationären Laden vorbei käme oder hinein ginge.

Wenn man vorher nur ein stationärer Handel war, ist man nun ein stationärer Handel PLUS!

Digitale Technologien sind ein Werkzeug, nicht nur um komplett Neues zu schaffen, sondern auch um bestehendes zu verbessern. Es ist überhaupt nicht nötig, dass man sich komplett auf digitale Technologien umstellt und den stationären Handel, den man jahrzehntelang erfolgreich praktiziert hat, über Bord wirft. Dies wäre der falsche Weg, der niemandem nutzt. Ein radikaler Wandel zum online Handel wäre für solche Läden schädlich, da plötzlich alles anders ist. Und wie ich es schon beschrieben hatte, mögen Menschen Veränderungen nicht und möchten den status quo erhalten. Ladenbesitzer wären demotiviert, da sie mit den „neuen“ Technologien (seit ~1995 gibt es in Deutschland flächendeckend Internet) nicht so geschickt umgehen können, wie sie es mit ihrem Laden in den letzten Jahrzehnten gelernt haben. Es wäre nicht nur die Demotivation sondern auch einfach die mangelnde Kompetenz im Umgang mit digitalen Technologien, worunter der Handel leiden würde. Es würde weniger Zeit investiert werden in das, was man beherrscht und mehr Zeit, in das was man nicht beherrscht. Dies würde zu einem (vielleicht nur anfänglichen) Verlustgeschäft führen.

Eine einfache, schrittweise Anreicherung des Ladengeschäfts um digitale Informationen ist eine langsame, schrittweise Veränderung, welche Menschen wesentlich leichter fällt, als eine schnelle, große Veränderung. Mit einer einfachen Webseite anzufangen, ist ein kleiner Schritt, der zu großen Gewinnen führen kann.

Ordnung, Produktivität und Zufriedenheit

Ordnung ist, wenn man nicht suchen muss.

Der Akt des Suchens ist uns Menschen so zuwider, dass wir sehr viel Zeit dafür aufbringen, Ordnung zu schaffen. Manche behaupten gar, die Hälfte unseres Lebens. „Ordnung ist das halbe Leben.“ Ich verstehe diesen Spruch nicht so, als müsse man das halbe Leben Ordnung halten sondern eher, dass man das halbe Leben verliert, wenn man keine Ordnung hält. Man ist einfach so lange beschäftigt mit Suchen.

Wir suchen nur ungern nach Objekten oder auch nach Antworten. Wir wünschen uns Ordnung in Dingen und Gedanken. Klarheit und Eindeutigkeit. Man braucht ein System, dem man vertrauen kann. Sei es ein Wochenplan aus Papier, ein Ringordner, ein Aktenschrank, ein digitaler Kalender oder andere Software auf dem Smartphone/Computer. Das Buch und die gleichnamigen Methode „Getting Things Done“ von David Allen ist an sich sehr empfehlenswert. Es war anstrengend das Buch durchzuarbeiten und wenn man diese Methode vollständig umsetzen möchte – und wenn man dies macht wird man wirklich produktiv und hat mehr Freizeit – dann muss man sich einem straffen Regime unterwerfen. Im Internet findet man reichlich Informationen dazu, wenn man nur nach „GTD“ sucht. Verschiedene Webseiten und Programme für Computer und Smartphone.

Die Kernideen sind psychologisch fundiert:

Projekte und Aufgaben differenzieren

Erkennen von größeren Projekten und deren Aufgaben, die es zu erledigen gibt. „Urlaub buchen“ ist ein Projekt mit dem die meisten etwas anfangen können. Jetzt kann man ein Projekt so groß fassen wie man möchte aber es sollte noch eine sinngemäße Einheit sein. „Urlaub machen“ wäre ein Projekt was beim Buchen startet und beim Auspacken Zuhause endet, also viel zu groß. „Urlaub buchen“ ist als Aufgabe sehr diffus, besteht selbst wiederum aus verschiedenen Aufgaben wie „Abklären, wohin es gehen soll“, „Abklären, was es kosten kann“, „Abklären, welcher Zeitraum geeignet ist“, „Angebote suchen“, „Angebote vergleichen“, „Glaubwürdigkeit des Anbieters überprüfen“, „Qualität des Hotels und Urlaubsorts überprüfen“ … Reichlich Aufgaben für das Projekt „Urlaub buchen“ die es erst einmal zu identifizieren gibt. Einzelne Aufgaben werden zu sinngemäßen Projekten geordnet. Es ist immer deutlich was ich wofür erledigen muss.

Aufgaben sammeln

Alle, aber auch wirklich alle, unerledigten Aufgaben/Projekte die einem im Kopf schwirren und an die man sich immer dann erinnert, wenn man sie gerade nicht erledigen kann, in ein System dem man vertraut schreiben. Aus dem internen System Kopf, in ein anderes System vollständig externalisieren. Es gibt keinen Unterschied zwischen privaten und geschäftlichen Aufgaben. Es gibt nur Aufgaben die man irgendwie bearbeiten will. Hiermit wird das Arbeitsgedächtnis entlastet, da man nicht immer wieder an unerledigte Aufgaben denken und sie im Gedächtnis halten muss. Es werden geistige Kapazitäten frei, die man für andere Aufgaben nutzen kann, wenn man sich denn nicht einfach durch die neu gewonnene geistige Freiheit entspannen möchte.

Kontext hinzufügen

Man hat nun Projekte und dazu reichlich Aufgaben. Es ist eine kognitive Erleichterung, wenn man an Aufgaben in dem Kontext denkt, in dem man sie tatsächlich erfüllen kann. Mir hilft es wenig mich im Supermarkt von meinem Smartphone daran erinnern zu lassen, dass ich noch eine wichtige E-Mail schreiben muss. Viel hilfreicher wäre es, wenn ich daran erinnert werden würde, wenn ich sowieso am Computer sitze. Dieses Konzept ist in der Psychologie als „scaffolding“ bekannt und beschreibt ein hilfestellendes Gerüst beim Lernen und Arbeiten. Alle Aufgaben die zwangsläufig zu irgendwelchen Projekten gehören werden mit einem Kontext markiert damit man sie wiederfindet und erledigen kann, wenn man sich gerade in diesem Kontext befindet. Hier wird gerne die Schreibweise @Computer, @Telefon oder @Institut  etc. verwendet.

Workflow

Das ist das Kernstück von GTD welches man immer wieder online findet ohne nähere Erklärungen: Kurz gesagt kann man mit Aufgaben die man als „actionable“ (man kann etwas damit machen) identifiziert hat auf dreierlei Weise umgehen:

  1. Sofort erledigen wenn es weniger als 2 Minuten dauert.
  2. Delegieren und mit „warten auf“ markieren, damit man weiß, dass man noch auf etwas wartet.
  3. Verschieben und es später wieder hervorholen.

Natürlich kann man auch Aufgaben einfach wegwerfen und erledigtes archivieren, falls man noch einmal darauf zugreifen möchte. Die Idee ist hier ähnlich der Eisenhower-Methode in der man Aufgaben in einem Vierfelderschema dringend/nicht dringend und wichtig/nicht wichtig einordnet und dementsprechend prioritisiert und abarbeitet.

 

Ob man nun diese Methode tatsächlich voll durchzieht, bleibt einem selbst überlassen. Es ist jedoch wirklich aufwendig, wöchentlich alle Aufgaben und Listen durchzugehen und wirklich alles zu erfassen. Für denjenigen, der das wirklich leisten kann und möchte, führt es zu mehr Produktivität und mehr Freizeit und Zufriedenheit. Man kann sich gut ein paar Aspekte aus der Methode herauspicken ohne gleich alles straff umsetzen zu müssen. Aufgaben die man innerhalb von 2 Minuten sofort erledigen kann, sofort zu erledigen, weil die Erinnerung daran mehr Zeit frisst, als die tatsächliche Erledigung, ist beispielsweise sehr ratsam. Ich fand auch den Gedanken hilfreich, dass es kein „Zeitmanagement“ als solches gibt sondern nur ein „Aufgabenmanagement“, da Zeit einfach vergeht und man sie nicht managen kann.

Bei so vielen Aufgaben fragt man sich, was man denn noch alles tun muss. Man muss dieses tun, man muss jenes tun. Man spricht immer vom Müssen aber nie vom Wollen.

Es gibt kein Müssen, es gibt nur Wollen.

Ich muss keine Aufgabe erledigen, selbst wenn mir jemand eine Pistole an den Kopf hält. Ich will in diesem Fall eine Aufgabe erledigen, weil ich die anderweitigen  Konsequenzen vermeiden möchte. Letztlich die Anwendung von psychologischen Verhaltensmodellen wie dem SORKC-Modell oder dem SOEVK-Modell. Wenn man das eigene Denken von Müssen zu Wollen umstellt, dann fällt einem die Erledigung von – vor allem unliebsamen – Aufgaben leichter. Niemand kann einen zwingen etwas zu tun, man denkt kurz über den Grund nach, warum man es vielleicht doch tun sollte und entscheidet sich freiwillig dafür oder dagegen. Aufgaben werden somit weniger als extern aufgedrückt sondern viel mehr als intern ausgewählt angesehen. Die Erfüllung fällt einem wesentlich leichter.