Personal financial management

Das ist eine Idee, die mich begeistert und auch nahe an meiner Doktorarbeit liegt: Die Möglichkeit computerunterstützt jedem Menschen ein „personal financial management“ zu ermöglichen. Es gibt ein paar Programme, die dies in Ansätzen versuchen aber leider noch nicht dort sind und auch ansonsten Schwierigkeiten mit der Usability haben.

Unter personal financial management würde man verstehen, dass mir beispielsweise in einer Bank ein persönlicher Finanzberater zur Verfügung steht, der sich um meine Finanzen kümmert und in meinem Interesse handelt. Tatsächlich geht es bei personal financial management nicht darum, dass jemand anderes sich um meinen Finanzen kümmert, sondern das ich mich um meine Finanzen kümmere.

Personal financial management bezieht sich auf Software, die den Anwendern hilft ihr Geld selbst zu verwalten.
– Wikipedia

Auf dem Markt gibt es unterschiedliche Apps die dies bereits versuchen bzw. zumindest Teile davon abdecken. Im Sinne des „Quantified Self“ erfassen sie die persönlichen Finanzen, werten diese aus und liefern handlungsweisende Informationen.

Konten

Finanzblick und Centralway Numbrs liefern einen mehr oder minder gut Überblick über die aktuellen Kontostände und versuchen zumindest noch die Daten auszuwerten und zum besseren Verständnis zu visualisieren. Aber wie ich es schon in meinem Beitrag zu „Quantified Self“ sagte:

Ohne eine Verhaltensänderung zu bewirken, sind alle Daten und Visualisierungen nutzlos.

Versicherungen

Hier kann man GetSafe und jüngst auch Clark benennen. Beide Unternehmen treten als Versicherungsmakler auf und möchten nicht nur einen Überblick über alle vorhandenen Versicherungen anbieten, sondern auch natürlich eventuell bessere Angebote darstellen. Mit dem Alter steigt häufig auch die Anzahl der Versicherungen und Zusatzversicherungen die man hat und hier den Überblick zu behalten ist mit gewissem Aufwand verbunden. Beide haben noch viel Potential nach oben denn ich würde gerne einen umfangreichen Überblick über meine Versicherungen haben der über die einfache Aufzählung meiner Versicherungen geht. Ich würde auch gerne sehen, was genau und zu welchen Konditionen ich versichert habe, wie man es häufig bei Versicherungsvergleichsseiten sieht.

Immobilien

Wirklich viele Apps mit umfangreichen Funktionen gibt es hier nicht. Im iTunes Store findet man Caretaker, der eine mobile Immobilienverwaltung ermöglicht. Daneben gibt es ganze Softwarepakete zur Immobilienverwaltung wie den WISO Hausverwalter oder den Lexware Hausverwalter.

 

Generell ist die Immobilienverwaltung, wie auch die Verwaltung der Konten und Versicherungen, nicht für den eigenständigen, mobilen Einsatz gedacht. Als unterstützende App für eine vollwertige Webseite hat es einen Nutzen, da man schnell nach dem Kontostand schauen kann oder Schäden an Immobilien sowie Zählerstände eintragen kann. Warum man eine App anstelle einer Webseite für Versicherungen braucht, wird mir nicht klar: Sind Versicherungen einmal abgeschlossen und gut, fasse ich ich die Jahre lang nicht mehr an. Zumindest nicht täglich und dann auch nicht zwischendurch auf meinem Smartphone.
Um wirklich Nutzen davon zu haben, braucht man einen größeren Überblick und etwas Zeit. Die mobile und schnelllebige Natur eines Smartphones ist hierbei ungeeignet. Ein Tablet oder ein gewöhnlicher Laptop/PC ist hier die richtige Wahl.

Keine der vorgestellten Apps bietet einen Überblick über alle meine finanziellen Aspekte. Ich spreche von einer Inventur aller persönlichen Aktiva und Passiva.

  • Girokonten
  • Sparbücher
  • Tagesgeld
  • Festgeld
  • Depots
  • Lebensversicherungen (falls ich jetzt kündigen würde)
  • Immobilien
  • Andere Versicherungen

Dies wäre zunächst nur ein Überblick darüber, über wie viel Vermögen man alles in allem an welchen Stellen verfügt. So kann man jederzeit eine Änderung daran vornehmen, wenn etwas aus dem Ruder läuft oder größere Ausgaben anstehen. Für den Fall das man plötzlich verstirbt, wäre so ein Überblick auch wirklich nützlich. Alles ist an einem Ort, man muss nicht suchen. Dies wäre eine massive, kognitive Erleichterung. Es wäre nichts anderes als ein gut gemachtes business dashboard für die persönliche Nutzung!

In einem nächsten Schritt kann man zu dem Überblick aller Finanzen auch die Verwaltung und automatische Empfehlungen hinzufügen. Um dies jetzt schon möglich zu machen, wären zwei deutsche Unternehmen dafür aufgestellt: Buhl und Lexware. Praktisch alle Menschen die in Deutschland ein Gewerbe betreiben werden ein Produkt dieser Unternehmen verwenden. Buchhaltung, Löhne, Fakturierung sind nur ein paar Bereiche in denen Buhl und Lexware Software anbieten. Den meisten anderen ohne Gewerbe werden diese Unternehmen eher als Anbieter von Steuererklärungssoftware bekannt sein. Auf der einen Seite das WISO Steuersparbuch und tax auf der anderen Seite Quick Steuer und Taxman.

Im Vergleich zu Lexware hat Buhl mit Finanzblick bereits einen Versuch gestartet, einen Überblick über die persönlichen Finanzen zu schaffen. Was die Usability und den tatsächlichen Nutzen für den Anwender angeht, gibt es noch reichlich Möglichkeiten der Verbesserung. Diesbezüglich hatte ich schon persönlichen Kontakt mit der Unternehmensleitung, längere Diskussionen geführt und Ideen erarbeitet. Nichtsdestotrotz hat Buhl bereits verschiedenste Verwaltungssoftware auf dem Markt, die mit vergleichsweise geringem Aufwand miteinander vernetzt werden können. Finanzblick als zentraler Überblick über die Finanzen und die anderen Produkte als kostenpflichtige Module für die Verwaltung.

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