OTTO: Vom Katalog zu Business Intelligence

Viele werden sich noch an den verstaubten Otto-Katalog im Wohnzimmer erinnern aus einer Zeit vor dem Internet. Ein klassischer Versandhandel, der den Sprung ins Internetzeitalter etwas verschlafen hat.
Mittlerweile muss man aber zugeben, dass die Otto Group wirklich gut aufgeholt hat.

Die Webseite ist gut. Natürlich kann man noch einiges verbessern aber im Kern ist sie solide und erfüllt ihren Zweck. Nicht nur das, die dazugehörige Software „Lhotse“ wurde selbst geschrieben und kann mit Tausenden von Anfragen gleichzeitig umgehen. Otto.de ist im Augenblick des Schreibens auf Rang 47 der populärsten Webseiten in Deutschland, was bei der Anzahl an existierenden Webseiten ein grandioses Ergebnis ist.

Die Otto Group hat es nicht nur geschafft, ihren Versandhandel erfolgreich zu aktualisieren, sondern auch gemerkt, dass sie über einen reichen Datenschatz verfügen.

Wir kennen die Hälfte aller deutschen Frauen, weil sie bei uns einkaufen.
– Torsten Ahlers, Geschäftsführer Otto Group Media

Business Intelligence Tools sind nötig, um diese Daten gewinnbringend zu nutzen. So hat die Otto Group ihre eigene Business Intelligence Abteilung gegründet, die den Konzern mit Informationen versorgen. So werden aus Bergen an Rohdaten Informationen destiliert und für ein einfacheres Verständnis grafisch aufbereitet, sodass diese von Entscheidungsträgern, handlungsweisend für ökonomisch förderliche Entscheidungen genutzt werden können.

Ebenfalls lobenswert ist, dass sie sich Gedanken um „Knowledge Management“ machen: Heutzutage sind Arbeitsabläufe durch die vielen verschiedenen Schritte und beteiligten Akteure sehr komplex geworden. Scheidet ein Mitarbeiter aus dem Unternehmen aus, so geht sein Wissen auch verloren. Die Einarbeitung von Nachfolgern findet nicht immer statt und ist häufig ungenügend. Hier muss man sich als Unternehmen Gedanken machen, wie Wissen effizient externalisiert werden kann, so das es nicht verloren geht und andere es auch nutzen können. Dies kostet wieder Energie, Zeit und Geld, besonders, wenn man es richtig machen möchte. Wer möchte schon seitenlange, unstrukturierte Texte eines Vorgängers über die korrekte Handhabung eines bestimmten Antragsformulars lesen?

Begonnen habe ich meine Doktorarbeit damit, wie man Wissen über das Wissen von anderen förderlich auf die Lösung von Problemen einsetzen kann. Hierbei habe ich an zwei Artikeln kooperiert. Die Mittel die notwendig sind, einen erfolgreichen Wissenstransfer durchzuführen sind trivial. Die zugrundelegenden psychologischen Vorgänge sind komplex. Ohne die nötige Expertise, kann man hier viel Aufwand ohne merklichen Erfolg betreiben.

Die Otto Group scheint begriffen zu haben, dass es einerseits darum geht, Wissen und Daten effizient zu nutzen und andererseits, beides auch zu erhalten.

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