Innovation für AVM und die FRITZ!Box

Das Unternehmen AVM wird den meisten Menschen durch ihr Produkt, die FRITZ!Box, bekannt sein. Ich sehe dort noch reichlich Potential bei AVM, ein wirklich innovativ bahnbrechendes Unternehmen zu werden. Eine große Idee möchte ich hier teilen, für die Durchführung braucht AVM aber jemanden mit einer Vision für das Unternehmen und der nötigen Motivation und Fähigkeit, es selbstständig und langfristig dorthin zu führen. Ein (eingekauftes) Intrapreneurship wenn man so will oder genauer, „organizational innovation“, wenn man Antoncic und Hisrich  (2003) herbeizieht.

Ich habe in meinem Leben schon die verschiedensten Modems und Router eingekauft und konfiguriert: Netgear, Vodafone, Telekom, Unitymedia/Kabel BW. Am angenehmsten zu konfigurieren war aber immer die FRITZ!Box. Und nicht nur das man sie weitgehend mühelos einrichten kann, sie funktioniert in der Regel auch einwandfrei. Was mich sehr freut ist die „update policy“ von AVM, bei der regelmäßig auch ältere Boxen neue Softwareupdates erhalten, welche nicht nur Sicherheitslöcher schließen und Probleme beheben, sondern auch die Benutzeroberfläche verbessern.

Da die FRITZ!Boxen so populär und verbreitet sind, könnte AVM noch einen Schritt weiter gehen und etwas innovatives auf den Markt bringen. Tatsächlich ist diese Idee nicht nur von AVM realisierbar. Genauso gut könnte es auch die Telekom oder ein anderer Anbieter/Hersteller verwirklichen.

Die aktuellen FRITZ!Boxen sind nicht nur Modems, sondern auch Router und Telefonzentralen. Sie fungieren natürlich auch als Mediaserver im eigenen Netzwerk. Um über das Internet einen Zugriff auf das private Netzwerk Zuhause zu bekommen, bietet AVM bereits mit MyFritz einen einfachen DynDNS-Dienst an. Wählen sich Geräte ins Internet ein, bekommen sie immer wieder eine neue IP-Nummer. Ein DynDNS-Dienst macht, dass obwohl ein Gerät jetzt eine neue IP-Nummer hat, es z. B. immer unter der selben Adresse http://richardkolodziej.org über das Internet zu erreichen ist.

Was nun folgen sollte, wäre der Ausbau dieser Server-Funktion. Bei vielen meiner Kunden habe ich gemerkt, dass es ihnen nicht recht ist, wenn z. B. ihre E-Mails oder Dateien auf einem unbekannten Server „in the cloud“ gespeichert werden. Sie machen sich einfach Sorgen um ihre Privatsphäre oder haben rechtliche Bedenken.

Ein privater Datei- und E-Mail-Sever im Sinne eines privaten Google Drive und Google Mail wäre der nächste Schritt in der Entwicklung der FRITZ!Box. Man verbaut intern eine Festplatte anstatte sie über einen USB-Anschluss optional anzubinden. Vielleicht macht man aus der FRITZ!Box tatsächlich eine stylische Box in unterschiedlich verfügbaren Farben und einem LCD-Display, so dass man diese auch gerne als komplette Medien- und Kommunikationszentrale im Zimmer stehen hat.

Menschen mögen es zu Wissen, dass ihre E-Mails und ihre Dateien, bei ihnen Zuhause sind.

Für den technisch nicht so versierten Benutzer, was etwa 90% ausmacht, ist es ein gutes Gefühl zu Wissen, dass man Notfalls Zuhause einfach einen Stecker ziehen kann und der Zugriff auf die eigenen Daten (Bilder, E-Mails, Dokumente, Kontakte etc.) ist physikalisch nicht mehr möglich. Hierfür braucht man aber eine gebrauchstaugliche grafische Oberfläche, die die Komplexität der Konfiguration versteckt.

Für die Verwirklichung gibt es schon freie Software auf der AVM aufbauen könnte. Mit beispielsweise Owncloud bzw. Nextcloud gäbe es einen einfach zugänglichen Datei-Server. Freie Mail-Server sind Industriestandard, die grafische Einbindung in Owncloud fehlt leider noch. Aber auch hier gibt es reichlich Kandidaten (wobei ich ein Auge auf Mailpile habe). Mit Syncthing könnte man dann alle Geräte synchronisieren und somit auch automatische Backups anlegen.

Alles in allem ist die Idee, dass man alle privaten Daten bei sich Zuhause hat und diese durch das Ziehen eines Kabels oder das Umlegen eines Schalters (das Drücken eines einfachen Knopfs oder gar eines Touch-Displays genügt psychologisch nicht) vom Internet trennen kann.

Hiermit würde AVM die Menschen in Deutschland unabhängig von größeren Anbietern und ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen machen. Natürlich davon ausgehend, dass AVM sich selbst an freie Lizenzen hält und transparent bleibt. Nichts wäre schlimmer als eine Kiste, die mir suggeriert, nur ich hätte Zugriff auf den Inhalt aber ich dann feststelle, dass auch vertreibende Unternehmen irgendeinen nicht deutlich gemachten Zugriff darauf hat.

Über die Tücken der technischen Umsetzbarkeit dieser Idee kann ich kein Urteil fällen, aber da es etwas Neues ist, wird es nicht leicht sein. AVM müsste sich stärker zum Software-Anbieter entwickeln. Aber ähnlich wie bei einer Doktorarbeit: Man schafft auf Grundlage des Vorhandenem etwas noch nie dagewesenes. Mit Ausdauer und Disziplin ist alles möglich.

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