Lehrer und digitale Technologien

Lehrer/-innen (im Weiteren „Lehrer“) scheinen zwar jede kognitive Abkürzung zu benutzen, jede Methode, die ihre Arbeit erleichtert, sie nutzen aber noch nicht das volle Potential von digitalen Technologien.
Meine Frau ist Lehrerin, daher bekomme ich öfters einen Einblick in die Arbeitsweise von Lehrern und deren Nutzung von digitalen Technologien, welche sich individuell stark unterscheidet.

Lehrer, vor allem die noch jungen, die noch nicht für alle Themen ihren Unterricht einmal erstellt haben und dann abgewandelt nutzen können, haben sehr viel zu tun. Selbst wenn die Unterrichtsvorbereitung erleichtert vonstatten geht, weil man die meisten Themen bereits unterrichtet hat und auf Material und Erfahrung zugreifen kann, gibt es noch sehr viele Aufgaben für einen Lehrer zu erledigen: Gespräche mit Schülern, Gespräche mit Eltern, Gespräche mit Lehrern über Schüler. Es gibt Konferenzen, welche gelegentlich auch durch eine E-Mail hätten ersetzt werden können und Fortbildungen mit Inhalten, die gelegentlich kaum praktischen Nutzen haben und von Personen geleitet werden, die nicht immer über die nötigen Qualifikationen hierfür verfügen. Dazu kommt das eigentliche Kerngeschäft des Unterrichtens und Benotens.

Ich bin der Überzeugung, dass Lehrer wesentlich mehr oder effektiveren und effizienteren Gebrauch von digitalen Technologien machen könnten, um sich ihre Arbeit ein wenig zu erleichtern. Sie verfügen privat und auch an den Schulen meist über die nötigen Werkzeuge, es fehlt nur am Wissen und an der Motivation diese zu benutzen. Ähnlich wie ich es neulich über Smartphones geschrieben habe, ist die Notwendigkeit vorhanden, auch wenn sie evtl. noch nicht erkannt wurde, es fehlt nur noch an der Fähigkeit und der dazugehörigen Motivation. Auch die Nutzung eines digitalen Kalenders wäre für Lehrer ein Segen (ich mache mir bereits Gedanken über eine effiziente Methode, wie Lehrer einen digitalen Kalender ihrer Wahl für ihren Unterricht einsetzen können).

Hierbei spielt leider auch der Gesetzgeber eine Rolle. Aus Datenschutz- und Urheberrechtsgründen dürfen viele Anwendungen gar nicht genutzt werden, die Unternehmen und auch der Allgemeinbevölkerung zur Verfügung stehen. Urheberrechtlich dürfen Lehrer digital keine Arbeitsblätter erstellen, sprich, sich Fragen und Textaufgaben einfallen lassen und diese mit eingescannten oder gescreenshotteten Bildern und Diagrammen ergänzen. Das haben Lehrer zwar mit Papier, Schere und Kleber seit Jahrzehnten gemacht und eine Kopiervorlage behalten aber die Verbreitung solcher zusammengesetzten Unterrichtsmaterialien durch digitale Technologien ist so einfach, dass Verlage hier stärker auf ihr Urheberrecht bestehen. Lehrer dürfen diese Dokumente nicht speichern und schon gar nicht „in the cloud“ auf ausländischen Servern, wo deutsches Recht nicht greift. Dies ist auch der Grund, weshalb E-Mails auf deutschen Servern bleiben sollten oder vielmehr gleich auf den Servern der Schule. Dies ist aber für die meisten staatlichen Schulen kaum effektiv zu leisten.

An dieser Stelle werfe ich kurz ein:

Es gibt keine Cloud, nur anderer Leute Computer.

Während alle anderen Berufe einem Bauern entsprechen, der seine Felder mit einem Traktor bepflügt, dürfen Lehrer dies nur mit Pferd und Pflug machen. Das führt zwar weitgehend zu dem gleichen Ergebnis, ist jedoch ungleich aufwendiger.

Aber obwohl es diese Einschränkungen seitens des Gesetzgebers gibt und diese auch durchaus nachvollziehbare Gründe des Datenschutzes und Urheberrechts haben, haben Lehrer noch lange nicht das Potential von digitalen Technologien ausgeschöpft, ihre Arbeit leichter und besser zu gestalten. Hier ist noch sehr viel Luft nach oben und viele dieser Probleme lassen sich durch eine effektive Verschlüsselung von Daten umgehen.

In einem zukünftigen Beitrag werde ich ein paar analoge und digitale Methoden vorstellen, wie Lehrer die schriftliche und mündliche Benotung effizienter und somit einen Hauptteil ihrer Arbeit wesentlich einfacher gestalten können.

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