Scrum – Agiles Projektmanagement in Unternehmen

Dieser Beitrag zu Scrum erschien am 13. September 2018 auf dem STAR COOPERATION News Blog.

Doch was genau ist Scrum? Das bringen wir bei STAR auf den Punkt.

Einfache Strukturen, klar definierte Rollen, flexible Prozesse: Das ist Scrum – eine der bekanntesten agilen Methoden für erfolgreiches Projekt- und Produktmanagement. Hier erfahren Sie, wie die STARS Scrum effizient nutzen – und welche Vorteile das Kunden bringt.

AGILES PROJEKTMANAGEMENT DANK SCRUM: DIE STAR ALS VORREITER

Produktive Mitarbeiter, qualitativ hochwertige Ergebnisse und zufriedene Kunden – das sind Ziele von gutem Projektmanagement. Doch gerade im Bereich der Softwareentwicklung war das lange nicht so: Bis in die 90er-Jahre waren die Prozesse steif, langsam und bürokratisch. Kunden wollten stärker eingebunden werden und wünschten sich flexiblere Vorgehensweisen. Und so erblickten neue, agile Konzepte die Projektwelt. Schnell sorgten Methoden wie Scrum dafür, dass Softwarevorhaben deutlich effizienter und mit besseren Ergebnissen abgeschlossen werden konnten als durch klassisches Projektmanagement.

An sich ist Scrum also ein alter Hut. Zumindest im Bereich Softwareentwicklung. Bei der STAR haben wir schnell erkannt: Egal, ob Sie Fahrzeugtechnik, Reha-Programme oder Kartoffelchips entwickeln – agile Projektmanagement-Methoden funktionieren bei allen Projekten, wenn Sie diese richtig einsetzen.

Deshalb gehen wir diesen Schritt erfolgreich voraus, damit auch andere Bereiche von agilem Projektmanagement profitieren – wie die Finanzbuchhaltung oder die Logistik.

Doch was genau ist Scrum? Was bedeutet agiles Projektmanagement? Und was sind die Vorteile gegenüber klassischem Projektmanagement? Das bringen wir bei STAR auf den Punkt.

KURZ ERKLÄRT: SO FUNKTIONIERT SCRUM

Scrum ist ein Rahmenwerk für agiles Projektmanagement, bei dem jeder Beteiligte eine feste Rolle hat und sich an klare Vorgänge hält. Kontinuierlich werden sämtliche Aufgaben eines Projekts im „Product Backlog“ gesammelt, priorisiert und dann in sogenannten „Sprints“ von zwei bis vier Wochen Dauer bearbeitet.

  • Der Scrum Master sorgt als Fachmann für agile Methoden dafür, dass Scrum gelingt. Er optimiert die Prozesse, garantiert, dass die Teams ungestört arbeiten können und hält alle auf Kurs.
  • Der Product-Owner entspricht am ehesten noch einem Projektmanager. Er kommuniziert direkt mit dem Kunden und priorisiert die Aufgaben in dessen Interesse.
  • Das Entwicklerteam (oder Arbeitsteam) macht sich während der Sprints an die wichtigsten Aufgaben und arbeitet sie ab. Dabei steht die Selbstorganisation im Vordergrund.

Das Arbeitsteam arbeitet im Sprint ungestört und übernimmt proaktiv weitere hoch priorisierte Aufgaben, wenn es schneller als geplant fertig wird. Da der Product Owner währenddessen ständig mit dem Kunden kommuniziert, kommen immer wieder neue Aufgaben ins „Product Backlog“ hinzu. Er priorisiert sie so, dass exakt die Themen, die am wichtigsten für den Kunden sind, als nächstes in den Sprint kommen. Das sorgt für produktive Arbeitsteams und zufriedene Kunden.

Doch was macht Scrum als Projektmanagement-Methode überhaupt agil? Durch die zeitlich begrenzten Sprints und andere Scrum Events gibt es im gesamten Prozess zahlreiche Zeitpunkte, in denen deutlich wird, welche Aufgaben wichtig sind – und welche nicht. Am Ende jedes Sprints gibt es klare Ergebnisse. Sie zeigen, ob es Sinn hat, darauf aufzubauen, ein Richtungswechsel besser ist oder ein Projekt schlicht abgebrochen werden muss. So planen und steuern Unternehmen Projekte flexibel – das spart Zeit und Kosten.

DER KERN DER AGILITÄT

Im 2001 niedergeschriebenen Agilen Manifest stehen die Werte der agilen Softwareentwicklung. Das Wesentliche ist jedoch, Projekte in der Praxis flexibel zu denken – und nicht an starren Mustern festzuhalten:

  1. Beobachten Sie Veränderungen in Projekten regelmäßig und kontinuierlich.

  2. Passen Sie sich schnell an Veränderungen an – das ist der Schlüssel für erfolgreiches Projektmanagement.

KLASSISCHES VS. AGILES PROJEKTMANAGEMENT: IHRE VORTEILE

Klassische Projektmanagement-Methoden haben durchaus ihre Daseinsberechtigung in Projekten, die nach einem festen Muster ablaufen. In der Praxis passiert es jedoch häufig, dass Sie ein Projekt akribisch und monatelang planen – und dann doch etwas anders läuft als geplant. Und im schlimmsten Fall fährt das gesamte Projekt gegen die Wand.

Beim agilen Projektmanagement geht es darum, die eigene geistige Haltung zu verändern: Projekte verändern sich ständig – machen Sie sich Veränderungen deshalb bewusst und hinterfragen Sie diese. Scrum bedeutet, sich nicht an Vorgängen festzuklammern, sondern Änderungen gegenüber offen zu sein. So passen Sie das Projekt schnell und erfolgreich daran an, wählen immer den bestmöglichen Weg und arbeiten die wichtigsten Aufgaben zuverlässig und effizient ab.

Gleichzeitig beziehen Sie auch Ihre Kunden während des gesamten Projekts intensiv mit ein und liefern Ihnen regelmäßig Ergebnisse. Durch den Product Owner – der die Anforderungen des Kunden vertritt – holen Sie alle Beteiligten an Bord. Sie erfahren schnell davon, welche Veränderungen sich Ihr Kunde wünscht und halten das Projekt so auf Erfolgskurs.

Mit entsprechend zertifizierten Scrum Mastern, lernen Ihre Mitarbeiter die Methode schnell. Damit machen Sie als Unternehmen einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunft – denn Sie passen sich an einen Markt an, der zunehmend schneller wird. Da alle in klar definierten Rollen arbeiten (Arbeitsteam, Product Owner und Scrum Master) schaffen Sie einen gut strukturierten und gleichzeitig flexiblen Arbeitsprozess.

Dabei ist klar, dass Sie Scrum in Bereichen wie der Softwareentwicklung leichter einsetzen als zum Beispiel in der Finanzbuchhaltung oder der Logistik. Für manche Aufgabenbereiche eignet sich Scrum nicht vollständig. Setzen Sie deshalb auf einen Kompromiss und bedienen Sie sich aus dem agilen Methodenkoffer von Scrum, um Ihre Projekte effizienter zu managen und voranzutreiben.

Eine Herausforderung, der wir uns auch bei STAR jeden Tag stellen. Mit Erfolg. Für uns und unsere Kunden.

Shopware 6 ‐ Webshops auf dem neuesten Stand der Technik

Dieser Beitrag zu Shopware 6 erschien am 7. August 2019 auf dem STAR COOPERATION News Blog.

 

Für alle, denen Shopware noch unbekannt ist:

Shopware ist ein mächtiges Webshop-System made in & for Germany. Selbstverständlich ist es auch für den internationalen Markt ausgelegt, aber unter der Haube arbeitet es mit den in Deutschland geltenden Regeln der Finanzbuchhaltung, der Versteuerung und dem Versand. Das System muss nicht erst unnötig mit Plug-ins erweitert werden, um in Deutschland rechtskonform betrieben zu werden. Als Open Source System ist es leicht um neue Funktionen erweiterbar aber verfügt dennoch über ein Lizenzmodell, das von der Professional Edition, für kleinere B2C-Webshops, bis zur Enterprise Edition, für Multi-Shop B2C-Lösungen und mächtige B2B-Plattformen mit Berechtigungen, Kontingenten und Freigaben, reicht.

Es ist soweit: Shopware 6 ist da!

Shopware 6 bietet technologisch viele Entwicklungen, die eine effizient laufende und skalierbare Zukunft versprechen. Im Detail informiert hier die Keynote, die erstmalig für uns zertifizierte Partner auf dem Shopware Partner Day 2019, und dann dem breiten Publikum auf dem Shopware Community Day 2019 präsentiert wurde. Wir möchten es hier nicht zu technisch halten und stellen daher nur die zwei, in unseren Augen, größten Features vor, welche alle E-Commerce-Experten sofort überzeugen: API-First und Rule Builder.

API-First und der kopflose Webshop

Eine API ist eine Schnittstelle, also ein standardisiertes Verfahren, über das unterschiedliche Programme miteinander Daten austauschen. Allgemein werden so Daten aus einem PIM in einen Webshop gefüttert und von dort die Bestellungen zur weiteren Verarbeitung ins SAP übertragen, woher dann wieder Versand- und Bestandsdaten zurückgeschickt werden.

Shopware 6 denkt API zuende: Alle Teile des Webshops lassen sich über Schnittstellen ansprechen. Daraus ergeben sich ganz neue Möglichkeiten, deren Vorteile sofort ins Auge stechen!

Vielleicht haben Sie bereits ein CMS auf dem Ihre Webseite aufbaut. Es funktioniert gut und ist in andere Systeme und Prozesse integriert. Jetzt wünschen Sie sich aber noch eine Bestellfunktion zu den von Ihnen angebotenen Produkten oder Dienstleistungen. Klassisch würde man nun zusätzlich zum CMS einen Webshop aufsetzen und müsste diesen an ihr Corporate Design anpassen um dann Ihre Produkte in diesem Webshop abzubilden. Vielleicht hat ihr CMS ja aber ein Webshop-Modul! Dieses kann vom Komfort der Bedienung und dem Funktionsumfang nicht mit einem Vollblut-Shopsystem wie Shopware mithalten.

Hier bietet Ihnen der API-First-Ansatz nun die Möglichkeit, dass Sie die Produktseiten in Ihrem CMS mit minimalem Aufwand um ein paar Buttons erweitern und damit eine Bestellung direkt an einen Shopware 6 Warenkorb schicken. Also an einen kopflosen Shopware 6 Webshop. Sie müssen nicht mehr einen kompletten Webshop gestalten, Sie können einfach Ihre bestehenden Systeme um einen Warenkorb erweitern. Das besondere ist nun, dass Sie nicht nur ihr CMS an den Warenkorb knüpfen können, sondern Produkte auch über Social Media Seiten oder einem einfachen Newsletter, direkt in den Warenkorb legen lassen können!

Es gibt bereits zahlreiche Unternehmen, die einen kopflosen API-First-Ansatz produktiv und erfolgreich anwenden. Hier finden Sie einen kleinen Überblick.

Der Rule Builder

Hier ist weniger technische Erklärung nötig, diese Funktion ist einfach fantastisch. Sie können in Shopware Regeln für Zahlungsarten, Versandkosten, Preise etc. anlegen.

Möchten Sie, dass bestimmte Produkte für eine bestimmte Kundengruppe günstiger sind … aber nur zu einer bestimmten Uhrzeit?

Möchten Sie, dass die Lieferung in ein bestimmtes Land nur über eine bestimmte Versandart funktioniert … aber nur für eine bestimmte Kundengruppe und nur wenn ein bestimmtes Gewicht überschritten wurde? Das ist alles möglich!

Dank API-First ist es auch denkbar, Wetterdaten abzufragen und beispielsweise einfach andere Produkte zu präsentieren, wenn ein Kunde von einem Ort die Webseite besucht an dem es gerade heiß oder kalt ist. Das Potential des Rule Builders ist immens!

Allein diese zwei Features sind es Wert, auf Shopware 6 zu setzen. Wenn Sie nun über das technische Knowhow besitzen, dann installieren Sie sich doch einfach probeweise die Early Access Version von Shopware 6. Wir stellen Ihnen auf Anfrage aber auch gerne eine Test-Installation zur Verfügung! Wenn Ihnen Shopware 6 zusagt und Sie einen starken Partner bei der Entwicklung und Betreuung einer B2B-Bestellplattform oder eines B2C-Webshops wünschen, dann sind Sie bei uns richtig. Wir haben jahrelang Erfahrung in Shopware 5 und sind jetzt schon zertifiziert für Shopware 6. Damit unsere Kunden immer einen Schritt weiter sind als ihre Konkurrenz.

E-Mail Must Grow

I’ve come to the realization that people – especially non digital natives – use the classic snail mail as a metaphor for e-mail. Well, that isn’t anything new but let’s think a little further:

When I have a letter or a package and I want to send it to somebody I write his or her address on it and use a regular postal or parcel service. Now in the metaphor, I would use e-mail to not only send a letter, but also to send some pictures. This is fine, the attachment size differs between e-mail providers but sending some pictures or documents is mostly always possible. But the metaphor in our head is not complete. What if I want to send some hundred pictures, documents or even full videos? You know that people send everything with e-mail or at least they try because they don’t know better.

The metaphor of sending letters or packages in any size is in their head but it does not translate into reality.

And this is the point where e-mail must grow. It has to provide it’s users with the possibility to easily send huge amount of data and also receive these huge amount of data. Trust me, explaining ordinary people why they cannot send a video over e-mail and showing them how they could accomplish that (upload to YouTube, Google Drive etc.) is hard and it frustrates them that they just cannot send them via e-mail. This is also the reason why huge files are send by snail mail on a DVD or on a flash drive.

This is a true problem that has to be solved! It really is no fun when you want to send a huge file to somebody. You have to upload it somewhere, hope that the receiver has an account there or no account is needed for another person to access this file, and then you have to leave this interface and write your e-mail with instructions on how the receiver may access the file.

Technically it would not be advisable to truly send huge amounts of data over e-mail. There would need to be some kind of standard in place at the backend. A defined standard, because every e-mail provider creating their own solution would be a nightmare for everybody trying to send something form Gmail to Outlook for example. And this is something that already has been tried. As far as I can remember, Microsoft Live Mail did something like this: When attaching to many files or using „attach pictures“ instead of „attach files“, Live Mail would upload it somewhere where the receiver has to manually download it through another interface.

A huge file which gets attached to an e-mail should be automatically get uploaded to a safe place in the background, the mail server of the provider for example. The user should mostly be unaware of this process. The only thing the sender sees is that he or she attached a huge file to an e-mail which is on its way to the receiver. The only thing the receiver sees is that he or she got an e-mail with a huge file attached to it.

There should be no change of interface needed.

This is the crucial part: It is only one interface. No need to switch to YouTube or Dropbox or whatever. Everything related happens in the background.

I am well aware, that this puts a high bandwidth demand on e-mail providers and that agreeing on a common standard is far away from simple. But to address this problem and truly fulfill the metaphor that is in our heads but currently failing, it is a needed evolution of e-mail to grow. I am neither in the position to efficiently propagate a standard nor do I have the needed programming skills to make this happen. What I can do is, to point out this problem and propose a solution. Maybe somebody with the power and/or the skills will stumble upon this, implement it and make the life of millions of people using e-mails way easier.

Pro Onlinebanking

Obwohl Onlinebanking in Deutschland seit Jahren an Popularität gewinnt und so ziemlich jeder es zu nutzen scheint, gibt es noch viele Menschen, die dem ganzen noch skeptisch gegenüber stehen. Die Nutzung von Onlinebanking hat reichlich Vorteile. Ich selbst nutze seit Jahren zufrieden sogar eine reine Onlinebank, welche ihre Benutzeroberfläche mit den Jahren immer besser gemacht hat auch wenn hier noch reichlich Verbesserungspotential steckt.

Im Jahr 1998 waren es noch 8% der Deutschen, die Onlinebanking nutzten doch als im Jahr 1999 das reine Onlinebanking über den Browser (ohne spezielle Schnittstelle) eingeführt wurde, nahm die Nutzung rapide zu. Im Jahr 2015 waren es nun 51% aller Deutschen, die den Nutzen und die Bequemlichkeit von Onlinebanking erkannt haben.

Man kann wirklich bequem von Zuhause oder unterwegs den eigenen Kontostand einsehen. Man kann schauen ob eine Überweisung eingetroffen ist oder mal schnell eine Überweisung tätigen. Man muss nicht erst einen Überweisungsträger ausfüllen und dann zur Bank rennen und diesen entweder in einen Briefkasten werfen oder am Überweisungsterminal ausfüllen, man kann es online direkt bei der eigenen Bank tätigen. Dort muss man nicht in die Bank gehen und mit dem Terminal kämpfen, man muss nicht warten, bis der Überweisungsträger von einem Bankangestellten stumpf abgetippt wurde – vielleicht sogar mit Tippfehlern, weil die eigene Handschrift nicht einwandfrei lesbar ist – ehe die Überweisung tatsächlich durchgeführt wird. Man muss auch nicht noch einmal zur Bank gehen um zu schauen, ob dies tatsächlich der Fall war. Jüngst habe ich auch gelernt, dass auf dem Kontoauszug aus Sicherheitsgründen gar nicht die vollständigen Kontodaten eines Senders oder Empfängers stehen. Die Tonnen an Papier, die das Ausdrucken von Kontoauszügen kostet, nur um diese dann irgendwo im Haus rumliegen zu haben, ist zudem eine absolute Ressourcenverschwendung.

Ich will nicht behaupten, dass Onlinebanking 100%ig sicher ist, das ist es auf keinen Fall! Genau so, wie man auf dem Weg aus oder zur Bank überfallen werden kann, kann man auch online des eigenen Geldes enteignet werden. Die Chancen, dass man beim Onlinebanking betrogen wird, kann man leicht minimieren, wenn man bestimmte Verhaltensweisen wahrt:

  1. Man verrät niemandem weder das Passwort zum Onlinebanking, noch gibt man jemandem die gedruckte Liste mit Transaktionsnummern, ohne die keine Transaktion möglich ist. Wer generell die Fähigkeit hat, die PIN für die eigene EC-Karte geheim zu halten, wird hiermit auch keine Probleme haben.
  2. Wie 1: Man verrät niemandem weder das Passwort zum Onlinebanking, noch gibt man jemandem die gedruckte Liste mit Transaktionsnummern! Niemand, nicht einmal die Bank wird danach fragen (abgesehen natürlich von der eigentlichen Onlinebanking-Webseite). Soll heißen, dass wenn man eine E-Mail von der Bank bekommt und diese darin nach Zugangsdaten fragt, dies ein betrügerischer Versuch eines Dritten ist, an diese Daten zu kommen.
  3. Ausschließlich die Webseite der Bank zum einloggen benutzen. Wenn oben in der Adressleiste rot eingefärbt steht http://voiksbank.banking-portal.ru dann ist das sicher nicht die Volksbank, bei der man sich gerade versucht einzuloggen. In der Regel beginnt die Adresse mit „https“ anstatt nur „http“ (sagen wir, das S stehe für „sicher“, so kann man es sich merken) und ist meist auch nicht signalfarben rot unterlegt, was der Browser bei wirklich bedenklich Seiten zumeist automatisch macht.
  4. Man benutzt einen sicheren Rechner für die Bankgeschäfte. Hat man keinen Linux-Rechner, so braucht man mindestens einen aktuellen Virenscanner auf dem Windows-Rechner (Apple hat da eigene Wege) und einen aktuellen Browser. Allgemein sollten alle verfügbaren Updates für Windows immer installiert sein, was bei Windows XP schon deshalb nicht möglich ist, weil Microsoft vor Jahren den Support eingestellt hat Bei einem schäbigen Online-Café, wo ich schon fünf zwielichtige Suchleisten sehe, wenn ich nur Firefox öffne, werde ich sicher keine Onlinebankinggeschäfte durchführen!

Wirklich schwer ist das nicht.

Jetzt gibt es von manchen die Argumente, dass durch Onlinebanking Menschen ihre Jobs verlieren. Ja, das ist sicher so, nur haben diese Menschen schon vor langer Zeit ihren Job verloren! Für triviale Tätigkeiten wie den Kontostand einsehen, Geld abheben oder eine Überweisung tätigen – damit haben wir 95% aller Aktivitäten abgedeckt, die der normale Bürger in seiner Bank durchführen möchte – gibt es seit Jahren Automaten. Mit solchen monotonen und einfach automatisierbaren Tätigkeiten, sollte man heute keine Angestellten mehr quälen. Das sind auch keine Tätigkeiten, für die man eine besondere Ausbildung benötigt: Den Geldautomaten bedienen um meinen Kontostand einzusehen und Geld abzuheben beherrscht jeder. Auch das Überweisungsterminal können die meisten benutzen.

Es spricht rein gar nichts dagegen auch persönlich in die Bank zu gehen. Für Beratungstätigkeiten bei Problemen oder Investitionsvorhaben, sind die Angestellten dort bestens geeignet. Dies ist eine Tätigkeit, die ein Automat noch nicht so gut beherrscht. Wie ich es in meinem Beitrag zu personal financial management beschrieben habe, ist es aber nur eine Frage der Zeit, bis jemand eine gebrauchstaugliche und verständliche Oberfläche für Laien zur Verfügung stellt, mit der undurchschichtige und komplizierte Finanzgeschäfte einfach erklärt und bedienbar werden. Dadurch bekommt der einzelne Bürger wieder mehr Kontrolle über seine oder ihre Finanzen und zwar ohne sich damit quälen zu müssen.

Fake News sind nicht das Problem

Information literacy, oder zu Deutsch, Informationskompetenz, ist das Problem. Viel mehr die vorherrschende Informationsinkompetenz.

Seit wir uns im sogenannten Informationszeitalter befinden, prasseln täglich massig Informationen auf uns ein. Es liegt an uns herauszufinden, was davon für uns interessant oder nützlich ist und dann, ob wir der Information glauben können. Vieles was interessant klingt oder uns auch nützlich erscheint, sind einfache falsche Nachrichten, eben Fake News: Übertreibungen, Halbwahrheiten, Lügen. Die Wahrheit in diesem Wust an Informationen zu finden ist keine Fähigkeit, mit der man zur Welt kommt.

Die korrekte Einschätzung der Glaubwürdigkeit einer Information oder Webseite lässt sich lernen. Dafür gibt es zahlreiche Quellen im Internet aber hier nenne ich das EU-finanzierte klicksafe.de, was sich zum Ziel gesetzt hat, dem interessierten Bürger den sicheren Umgang mit Informationen darzustellen. Darunter fällt auch, woran man die Glaubwürdigkeit einer Webseite/Nachricht einschätzen kann.

Was wiederum Webseiten oder Nachrichtenquellen tun können, um ihre Glaubwürdigkeit zu erhöhen und sich somit von Fake News klar abzugrenzen, wurde unter den Stichworten „web credibility“ lange wissenschaftlich untersucht. Das Stanford Web Credibility Project hat gleich eine Reihe von prägnanten Richtlinien aus ihren Studien destilliert, womit sich die Glaubwürdigkeit einer Webseite erhöhen lässt.

Fake News wird es immer geben. Wenn man kurz inne hält, die erste emotionale Erregung abklingen lässt und dann kurz nachdenkt (wie schon Daniel Kahneman seine Studienergebnisse in seinem Buch „Thinking, Fast and Slow“ beschreibt) und anhand der Vorschläge der hier genannten Webseiten die Glaubwürdigkeit einschätzt, dann werden sich Fake News nicht halten können.