Samstag, 2. Juni 2007...20:03

Lernen im Schlaf

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Erneut ist der letzte Eintrag eine Weile her und erneut ist mir Vieles widerfahren über das ich hätte schreiben können, wenn ich denn die Zeit, die Lust oder die Möglichkeit dazu gehabt hätte.

Womit könnte ich denn vorneweg anfangen? Mit etwas unangenehmen:

Letzte Woche Dienstag habe ich Theas Präsentation für ein Referat gelöscht, dass sie einen Tag später halten musste und wurde dafür zusammengeschrieen. Ich habe in guter Absicht gehandelt und wollte einfach Ordnung halten auf ihrem Laptop. Tatsächlich ist es aber ihr Laptop und sie kann damit machen was sie will und ich kann nicht einfach willkürlich Sachen löschen. Sie hatte zwei Versionen ihrer Präsentation und ohne auf die Idee zu kommen, den Inhalt von beiden zu untersuchen, habe ich blöd wie ich war, einfach die ältere in den Mülleimer geworfen. Ob ich den dann noch geleert habe, keine Ahnung, vermutlich. Jedenfalls wurde ich dafür angeschrieen, habe mir die Fäuste etwas an Wänden aufgeschlagen, habe erfolglos versucht die Datei wieder herzustellen, Thea hat bis 2 Uhr nachts die Präsentation wieder her- und fertiggestellt, ich hatte am nächsten Tag noch Suizidgedanken aber dann habe ich an dem Tag noch etwas bei mir geschlafen und alles wurde besser.

Schlafen ist für mich wie ein Neustart des Gehirns. Wenn vorher alles scheiße war, geht es mir danach meistens besser. Liegt vermutlich daran, dass wir nachts die Informationen des Tages verarbeiten. Da ich kürzlich über polyphasischen Schlaf erfuhr und in meinem letzten Eintrag auf ein paar Seiten dazu verlinkt habe, wollte ich mehr darüber wissen und fand auch Kritik dazu im Artikel “Polyphasic Sleep: Facts and Myths“. In diesem Artikel gibt es den Abschnitt “Polyphasic sleep for dummies” wo ein Vergleich zwischen Gehirn und Computer gemacht wird. Kurz zusammengefasst: Während wir wach sind, sammeln und verarbeiten wir Informationen in unserem Arbeitsspeicher. Im ersten NREM-Schlaf (Nicht-REM-Schlaf) leeren wir unseren Arbeitsspeicher und schreiben alles erst mal auf die Festplatte. Im REM-Schlaf defragmentieren wir dann die Festplatte d.h. wir organisieren, sortieren und verbinden die Informationen. Dieser Zyklus wiederholt sich ein paar mal in der Nacht.

Überhaupt steht auf der Super Memory Seite sehr viel nützliches über Schlaf und lernen. Da der polyphasische Schlaf die beste Lösung bei Umständen anhaltender Schlafdeprivation ist und nicht als normaler Schlafrhythmus angewendet werden sollte, habe ich mich gefragt, was denn nun der perfekte Schlaf ist. Der Artikel “Good sleep, good learning, good life” hat mir da weiter geholfen. Wer sich nicht das ganze durchlesen möchte aber trotzdem etwas darüber wissen will, gibt es am Ende des Artikels eine Zusammenfassung in kurzen Sätzen.
Der Artikel “Devouring knowledge” soll zeigen, wie man seine Lerngeschwindigkeit maximiert, was ich für wünschenswert erachte. An den ganzen Lernmethoden mit Visualisieren und Geschichten-Ausdenken nervt es mich, dass die zwar super funktionieren aber dafür ewig viel Zeit beanspruchen. Die Möglichkeiten der Lerngeschwindigkeitsmaximierung scheinen jedoch auf deren Programm “SuperMemo” zu basieren. Ich habe mich etwas umgesehen und ein Open-Source-Programm mit ähnlicher Funktion gefunden: Mnemosyne. Die Funktion von Mnemosyne ist die, dass man Fragen und dazugehörige Antworten auf digitale Karteikarten tippt und je nach dem wie man die eigene Antwort, auf Basis von Wiedererinnern, bewertet, wird diese häufiger oder seltener gezeigt. Habe es installiert aber bisher noch nicht benutzt.
Eben habe ich noch ein Open-Source-Programm selber Funktion gefunden: Anki. Sieht auch ganz nett aus und weniger minimalistisch als Mnemosyne, was aber nicht unbedingt ein Vorteil sein muss.

Jetzt wo ich schon auf Lernen und Produktivität übergegangen bin, kann ich auch weiter dabei bleiben.
Wenn ich längere Texte im Internet oder einfach nur in digitaler Form lesen möchte, benutze ich seit kurzem den WordFlashReader. Das Programm nutzt Rapid Serial Visual Presentation - die Wörter werden nacheinander einzeln angezeigt - und erhöht dadurch die Lesegeschwindigkeit. Informationen zu RSVP gibt es auf der deutschen Wikipedia-Seite, wobei auf der englischen Wikipedia-Seite ein klein wenig mehr steht.

Da ich ständig so viele Informationsfetzen im Kopf schweben habe, die meine kognitiven Ressourcen verbrauchen, bin ich inspiriert durch GTD, darauf gekommen, mir alles was ich erledigen muss oder will aufzuschreiben. Dafür nutze ich einen PocketMod, den ich mir so oft neu ausdrucke und beschreibe, wie ich Zuhause bei meinen Unterlagen und im Internet bin. Wenn ich es könnte - und sollte mein Interesse anhalten und ich meinen Arsch hochkriegen, dann werde ich es auch bald können - würde ich ein simples GTD Programm schreiben, dass mir meine Aufgaben für den aktuellen Tag im PocketMod-Format ausdruckt. Das beinhaltet, dass ich zuerst GTD lerne und verstehe. Habe mir das Buch “Getting things done” von David Allen bestellen lassen und es müsste bald da sein. Neben diesem Buch lesen werde ich noch einige andere Sachen machen müssen, wie z.B. ein Referat für Kategoriale Datenanalyse und Organisationsentwicklung, sowie für letzteres noch ein Miniprojekt und später die Ausarbeitung im original APA-Stil (American Psychologists Association) … kann nur hoffen, dass die LaTeX-Dokumentklasse die ich dazu besitze auch ordentlich funktioniert, da ich keine Ahnung habe wie genau der APA-Stil aussieht. Andernfalls könnte ich ihn auf dieser Seite mit Hilfe zu diversen Stilen und Formatierungen nachlesen.

So, jetzt aber mal wieder zu etwas was ich wirklich erlebt habe. Letzte Woche Freitag hat mein Freund Fabi seine Freundin Mella geheiratet. Es gibt eigentlich nicht so viel darüber zu erzählen, als den Ablauf und das alles sehr stilvoll gehalten wurde. Die beiden haben im Kloster Schiffenberg geheiratet d.h. in alten Gemäuern die zwar noch überdacht waren, wo aber eine komplette Seite des Klosters fehlt und offen steht. Es war schönes Wetter, Thea war schön, wir haben vor der Hochzeit Tobi und seine Freundin Sabine abgefangen, Philipp hat mich ignoriert, ich habe Philipp ignoriert, der Pfarrer hat zwischendurch “Florian” anstatt “Fabian” gesagt.-), Thea hat nicht geweint.-).
Nach der Trauung mussten die Gäste, also wir, warten bis das Hochzeitspaar fertig mit den Fotos ist. In dieser Zeit wurde uns eine Führung um das Kloster angeboten, an der Thea, Sabine, Tobi und ich auch teilgenommen haben bis uns sich die Möglichkeit zur Flucht anbot. Daraufhin gab es Kaffee und Kuchen, wobei die Hochzeitstorte richtig richtig gestopft hat.
Pünktlich nach den Gruppenfotos begann es zu regnen und zeitgleich wurde in der Gaststätte auf dem Schiffenberg, gegenüber der Klosterruine, das kalte Büffet eröffnet. In der ganzen Zeit saßen Tobi, Sabine, Thea und ich zusammen und unterhielten uns. Zwischendurch hatten wir bei Kaffee und Kuchen auch die Ehre den Fabi höchst selbst bei uns sitzen zu haben.-) Naja, nach dem kalten Büffet folgte das warme und darauf folgte das Eis. Als es danach - mittlerweile war es schon nacht - zu locker, feucht und fröhlich wurde und langsam die weitere Gäste eintrafen, die zur nächtlichen Hochzeits-Party geladen waren, wurde mir das alles etwas zu viel. Zudem hat es mich auch etwas geschlaucht, den Philipp ständig ignorieren zu müssen.
Es war auf jeden Fall eine schöne Hochzeit die ganz bestimmt nicht wenig gekostet haben wird. Über den dort anwesenden billigen DJ möchte ich nicht schreiben, denn er war lahm.

Letzten Dienstag habe ich mir eine WG angeschaut und die Thea hat mich begleitet. Der Typ, Jan hieß er, war sehr sympathisch, jedoch gab es zu viele Nachteile an der Wohnung.

  • Von außen war das Gebäude sehr schäbig (es liegt genau gegenüber vom Haarlem)
  • Wohnung hatte überall Dachschrägen
  • Gleise lagen nah am Gebäude
  • Die Küche war sehr klein und schlecht ausgestattet - zwei Kochstellen, eine Mikrowelle als Herdersatz, eine andere Mikrowelle als Mikrowelle, keine Erinnerung an einen Kühlschrank
  • Das Zimmer war seltsam L-förmig geschnitten, wo ummauert ein Bett im _ vom L Platz fand

Ausschlaggebend das Zimmer nicht zu nehmen, war die L-Form sowie die unterentwickelte Küche, was die Thea auch so gesehen hat.
Sollte sich die Möglichkeit ergeben, werde ich mit Thea zusammenziehen, da wir sowieso die meiste Zeit zusammen verbringen und es mit ihr schöner ist. Ich bräuchte nur meinen eigens gestalteten Raum, in den ich mich hin und wieder zurückziehen und in Ruhe Energie sammeln kann. In der Toilette würde ich dann auch wieder im stehen pinkeln.-)
Sollte sich diese Möglichkeit nicht ergeben, so werde ich weiter nach WGs in Gießen suchen und dann wird es so sein, das häufig einer von uns beiden bei dem anderen schläft.

Als ich am Tag vor der Hochzeit mit dem Auto zur Thea gefahren bin, hörte ich einen klassischen Radiosender und ein Lied, das ich ziemlich geil fand. Ich habe mir Sender (DKultur) Datum (24. Mai) und Uhrzeit (zwischen 21:30 und 22 Uhr) auf meinem PocketMod notiert und es dann im Internet nachgesehen. Es war von Dimitri Schostakowitsch die Kammersymphonie c-Moll für Streichorchester, Opus 110a. Im Internet konnte ich keine frei verfügbare Version dieses Stücks finden, dafür aber ein anderes Stück von ihm. Als ich “The Mechanical Doll” von ihm hörte, musste ich an den Christian M. denken und das das irgendwie eine passende Titelmusik zu ihm sein könnte.-)

Jetzt folgen noch ein paar zusammenhanglose Informationen samt Links:

  • Wer gerne ein paar richtig stylische Open-Source-Bildschirmschoner haben möchte, findet welche bei Really Slick Screensavers.
  • Ich habe eine neue Verschwörungstheorie zum 11. September gefunden. Es ist nicht direkt eine Verschwörungstheorie sondern eine Feststellung, dass der Zusammenbruch des World Trade Centers physikalisch so nicht möglich war. PDF: Why Indeed Did the WTC Buildings Completely Collapse?
  • Wer bei Google “inurl:?viewerframe?mode refresh?” eintippt hat Zugriff auf Webcams - unter Anderem auch private - die nicht geschützt sind und über das Internet laufen.
  • Da ich eine interessante Dokumentation über World-of-Warcraft-Sucht im Fernsehen gesehen habe, suchte ich im Internet nach weiteren Informationen und fand “WoW Detox“, wo Süchtige über ihre Beweggründe schreiben, das Spiel aufzugeben.
  • Auf der Warhammer-Online-Seite kann man sich als BETA-Tester des neuen Warhammer MMORPG anmelden.

… Ich habe ein Unterhemd an und darüber ein halb geöffneten Kapuzen-Pulli. Ich sehe aus wie Fatzke Jason.

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